Streifenhörnchen
Filed in Wahnsinn des Alltags, Sonntag, 11. Mai 2008, 13:57
Nun. Dieses Paddel hab ich nun schon seit ungefähr Ostern. Jetzt wirds Zeit, dass ich es mal hier erwähne.
Das latente Verlangen nach einem kleinen, handlichen, leichten Reisebass fürs Handtäschchen verspürte ich schon seit längerer Zeit. Als mein werter Bassistenkollege Marc aus dem Forum der durchgeknallten Bassisten dann dieses Unikat mit edlem Stammbaum im Zuge seiner 1-Bass-Policy veräussern wollte gabs kein halten mehr! Was ist das? Steinbergers und Hohners gibts tausende, aber DAS nicht! Zunächst mal ein Link zu Marcs Heimatseite. Er hat schon sehr viele Informationen zu diesem Unikum gesammelt. Aber lest doch einfach HIER selbst nach.

Ich gehe davon aus, dass der Leser der sich bis hierher durchgeschlagen hat auch für weitere Details interessiert. Deshalb hier eine kurze Zusammenfassung der besonderen Merkmale:
-Prototyp aus den 80ern. Vermutlich von Andy Schack.
-Durchgehende Konstruktion aus Mahagoni und Ahornstreifen (deshalb Streifenhörnchen)
-2 Jazzbass-Singlecoils von Duesenberg
-Simple Passive verschaltung 1xVolume, 3-Weg Puckupschalter
-Brücke von Schaller, ebenso die Stimmechaniken (eigenlich für Gitarre gedacht. Deshalb etwas fisselig zu stimmen, aber wer macht das schon)
-Von Kai handgefertigte Saitenaufhängung. (Kai ist der Vor-Vorbesitzer und ebenfalls im Bassforum vertreten)
Das Ding ist wie erwartet tierisch leicht. Es ist ja auch nicht viel dran. Das Handling ist trotzdem etwas gewöhnungsbedürftig. In Ermangelung jeglicher Korpushörner findet sich der obere Gurtpin nicht wie bei “Normalen” Bässen auf Höhe des 12. oder 14. Bund, sondern befindet sondern in etwa auf Höhe des 19. Bundes. Das Paddel hängt deshalb zunächst ungewohnt weit links. Ausserdem: Bei meinen anderen Bässen nehme ich am Ende des Halses eine ca. 20cm lange Kopfplatte mit Mechaniken aus dem Augenwinkel wahr und deshalb habe ich meine Finger während des Spiels niemals vollständig an dieses Ende des HAlses bewegt. Das funktioniert hier aber so nicht. Die Folge ist, dass ich beim anfänglichen rumdudeln grundsätzlich ein paar Bünde höher als geplant rausgekommen bin, aber das hat sich mittlerweile gelegt.
Klanglich bin ich absolut zufrieden. Die Pickupbestückung lässt was Jazzbassartiges vermuten, davon ist das Streifenhörnchen aber meilenweit entfernt. Es ist schwer mit bekannten Bassklassikern zu beschreiben, aber ich würde sagen, dass der Rickenbacker am nächsten dran liegt…
Bestimmt kein mordsmäßiger Tiefbass aber ein sehr knurriger und kompakter Ton. Dazu ein ziemliches langes Sustain. Das ist etwas, was ich von meinen Schraubhals-Fenders und Musicmännern nicht gewohnt bin. Ich muss mir im Bandkontext tatsächlich Gedanken ums Saitenabdämpfen machen
An dieser Stelle geht ein herzlicher Gruß an die mir bekannten Vorbesitzer Kai und Marc, welche diesem Instrument auch eine Geschichte verliehen haben. An Marc nochmal ein herzliches Dankeschön für den absolut unproblematischen Überseeversand.
So, und jetzt noch ein paar Detailbilder





Polarisationsfilter
Filed in Wahnsinn des Alltags,aus Tralien, Sonntag, 30. März 2008, 06:42Die extreme, australische Sonneneinstrahlung macht einem als Fotografeur ziemlich zu schaffen. Tagsüber Bilder zu schiessen macht deshalb wenig Spaß. Der Himmel kommt einfach immer zu grell raus, Schatten hingegen sind vollkommen schwarz. Kontraste in Wolken (wenn vorhanden) gehen nahezu vollständig verloren. Eine “Sonnenbrille” fürs Objektiv wäre ideal. Im Fotogeschäft meines Vertrauens hat man mir daraufhin zu einem Polarisationsfilter geraten. Das ist im Prinzip nur ein auf das Objektiv aufgeschraubter Filter, mit dem man durch einfaches drehen das Bild stufenlos abdunkeln kann. Dadurch verändert sich natürlich auch das Belichtungsverhalten der Kamera.
Anhand dieses einfallslosen Motives erkennt man sehr gut was für unterschiedliche Ergebnisse man damit erreichen kann:


Nun, das Optimum liegt mit Sicherheit irgendwo zwischen den Extremen, aber die Möglichkeiten sind einfach klasse!
Das Tolle dabei ist, dass der Filter den Vordergrund nicht besonders beeinflusst sondern lediglich den Himmel etwas abdunkelt und Reflexionen (im Wasser, Glas, Lack, etc.) abschwächt, da es sich hier wohl um polarisiertes Licht handelt. Hab ich mir sagen lassen…
Für weitere physikalischeDetails bitte Renate fragen! Danke! ![]()
Fazit: Die 40 Dollar sind hervorragend angelegt!
Etwas voreilig…
Filed in aus Tralien, Samstag, 29. März 2008, 07:13…war mein Beitrag über das Easterbilby.
Denn gerade eben entdeckte ich weitere österliche Beutelsäuger:

Osterkoalas und Osterwombats gibts also auch. Die Ähnlichkeit zum europäischen Hasen ist jedoch hier nicht mehr ganz so gegeben wie beim Bilby. Immerhin kann so ein Wombat ein Kampfgewicht von äusserst robusten 35 kg auf die Waage bringen (also der richtige Wombat natürlich. Meine täuschend echte Replika aus Schokolade hat leider nur lächerliche 100 Gramm)
Übrigens sind auch diese Schokoladenbeutelsäuger nach Ostern wesentlich günstiger zu bekommen
Amerikanisch-japanischer Austausch
Filed in Niederfrequentes, Mittwoch, 26. März 2008, 09:17ISCH HANN EN HALS…
…ausgetauscht.
Und zwar von meinem amerikanischen Fender Precision und meinem bundlosen, japanischen Fender Jazzbass.
Der folgende kurze Bildband soll den Vorgang der Transplantation visuell deutlich machen. Beide Patienten erfreuen sich übrigens auch hinterher bester Gesundheit.

So sahen die beiden Exemplare vor dem Eingriff aus. (für den nicht ganz desinteressierten Nichtbassisten: Oben: Jazzbass fretless, unten: Precision bundiert.
Das ganze ist tatsächlich so simpel wies auf den Bildern aussieht. Die Hälse der Fender-Klassiker Jazz und Precision sind 1:1 austauschbar. Und genau das war auch Leo Fenders Konzept. Austauschbare, günstig zu fertigende Einzelteile von der Stange. Er war quasi der Henry Ford des Instrumentenbaus. Kein Gitarrist/Bassist, sondern ein Techniker, der günstig produzieren wollte. Mit den Fender Instrumenten stellte auf einmal (ACHTUNG: unglaublich schlechter Wortwitz!) so ein Halsbruch nicht gleich ein Beinbruch dar (sorry!
). Neues Holz draufschrauben und am nächsten Tag wieder nen Gig spielen! Bassisten die diese Klassiker kreuzen gibts genug. Z.B. Donald “Duck” Dunn spielt gerne Prezis mit nem schlanken Jazzbasshals. Und Tim Commerford von Rage against the Machine mag Jazzbässe mit fetten Prezi-Prügel…
Bis jetzt haben beide entstandenen Instrumente einen gewissen Reiz für mich. Zunächst gefällt mir der bundlose Precision eindeutig besser als der bundlose Jazzbass vorher. Mit dem Jazzbass gabs für mich im Bandkontext irgendwie nie ein durchkommen. Der legendäre Bassist Jaco Pastorius hat mit seinem bundlosen Jazzbass Hörgewohnheiten geprägt. Das ist sehr schade, denn der Jazzbasssound wird seither als DER Fretlesssound gehandelt. Deshalb hab ich als Fretless-Newbie mir ja auch gedacht, dass man damit nicht so falsch liegen kann. Schade eigentlich, denn es gibt soviel mehr. Den Prezi zum Beispiel. Rolle predigt das ja schon seit Ewigkeiten und ich habs auch erst selbst erleben müssen bis ich ihm geglaubt habe. Ja, er hat Recht! (Übrigens: Wenn ihr denkt ich spinne: Rolle tauscht die Hälse an seinen Bässen glaub öfters als die Saiten
)
Aber auch der entstandene Jazzbass hat was: Vorab: Ein grossartiger Jazzbassfan war ich noch nie. Das hing nicht mit dem Sound zusammen, denn daran gibs nix auszusetzen. Der Hals war mir immer zu schmal und zu windig… Die Kreuzung mit dem fetten 57′er Hals finde ich deshalb wiederum seeehr interessant, zumal das Gerät nun im Bandsound auch eine seeehr ordentliche Figur macht. Ganz im Gegensatz zu seiner bundlosen Vergangenheit…
Ganz exakt haben die Halsmasse jedoch nicht übereingestimmt. Der bundierte Hals sitzt ausserordentlich stramm in der Halstasche des Jazzbasses und war nur mit etwas Kraftaufwand (Gewalt!) dort hineinzubewegen. Der bundlose Hals flutschte hingegen problemlos in die Halstasche des Prezi-Korpuses und hinterlies dort dann auch prompt fendertypische Spaltmasse. Siehe hier:
![]()
Zumindest mittelfristig belasse ichs jetzt mal in dieser Konstellation. Mal sehen…
Ich bin gespannt, ob mich wieder die Lust auf einen bundierten Precision überkommt. Kein Problem. Ist ja alles rücktauschbar…
Nikolausi!? Osterhasi!? – Weder noch!
Filed in aus Tralien, Samstag, 22. März 2008, 14:18Easterbilby!!!

Okay, okay! Osterhasen gibts natürlich auch. Schliesslich ist das bisschen Kultur das wir hier haben von Europäern eingeschleppt worden. Eingeschleppt wurden auch der Hase, denn der ist an sich kein einheimisches Tier. Mangels natürlicher Feinde haben sich die Viecher karnickeltypisch, rasant verbreitet und ganze Landstriche kahlgefressen. Er ist nicht unwesentlich dafür verantwortlich, dass einheimische Pflanzen und Tiere ausstarben, vom Aussterben bedroht waren und es zum Teil noch immer sind. So z.B. das Bilby*. Das Bilby mag dem Hasen in seiner Erscheinung und seiner Lebensweise recht ähnlich erscheinen. Dennoch ist er ein Beutelsäuger wie auch das Känguruh, der Wombat, der Koala und der Tasmanische Teufel.
Um das Bewusstsein der Australier für die einheimische Tierwelt wieder zu stärken, begannen in den 70ern Bestrebungen den “Easterbunny” durch das “Easterbilby” zu ersetzen. Geschafft hat es das Bilby nicht ganz, aber eine friedliche Koexistenz in den Regalen der Supermärkten ist durchaus möglich.
Selbstverständlich hat bei mir ein Bilby den Platz im Osternest bekommen.
(*) Ich empfehle hier die Lektüre des englischen Wikipedia-Artikels. Der ist erstens ausführlicher und zweitens etwas optimistischer. In der deutschen Version ist das Tier nämlich bereits in den 30ern ausgestorben. Im englischen Artikel ist das Bilby lediglich bedroht und sie schreiben von Wiedereinführungsmassnahmen…
One Man Star Wars Trilogy
Filed in Wahnsinn des Alltags, Dienstag, 11. März 2008, 12:00Das hat sich mal wieder gelohnt!
Im Rahmen des Adelaide Fringe Festivals 2008 habe ich mir heute im Royalty Theathre diese Darbietung der Spitzenklasse angesehen. Die Werbung auf den Plakaten hat mich neugierig gemacht: 1 actor, 25 characters, 3 movies, 1 hour. Nachdem ich die Filme nun schon mehr als oft gesehen habe kann ich mir das natürlich nicht entgehen lassen!
Der Kanadier Charles Ross bietet dabei nahezu* auf sich selbst gestellt eine echt eindrucksvolle Show! Er spricht die Dialoge, singt die Filmmusik, wechselt in Sekundebruchteilen die Charaktere. Von Luke, dem Imperator, Jabba the Hutt über Yoda und Darth Vader zu Prinzessin Leia, Obi Wan, Chewbacca, R2d2, C3PO und dem ganzen Rest. Es endet nicht mit den Personen des Films. Der Mann kann auch Raumschiffe, Sonnen und Explosionen recht überzeugend rüberbringen. Er arbeitet damit mit vollem Körpereinsatz. Es muss tierisch anstrengend sein.
Es ist jedoch wichtig, dass man mit den Filmen einigermaßen vertraut ist. Ansonsten könnte es leicht passieren, dass man den Überblick verliert. Ein paar Szenen fehlen, aber vor allem geht es Schlag auf Schlag. Anders könnte man das ganze nicht in einer Stunde unterbringen. Er scheint die Filme zu lieben, ist sich aber sämtlichen Ungereimtheiten und Klischeedrescherein bewusst und spart deshalb nicht mit Seitenhieben auf diese. Eine großartige Darbietung von einem großen Fan für Fans!
Der Mann überzeugt nicht zuletzt durch seine Spontanität, indem er kleinere Pannen (selten!) gekonnt mit einem Augenzwinkern überspielt und auf Reaktionen aus dem Publikum eingeht.
Folgende Begebenheit am Rande war aber der Brüller des Abends:
Zum Beginn des 3.Films (also nach dem Vorspann dazu, mit der in den Weltraum wandernden Schrift. Ja, auch das hat er gespielt!) ging eine junge Frau aus der ersten Reihe auf die Toilette. Er rief ihr nach, sie solle doch hierbleiben. Es gäbe noch einen 3. Film. Sie meinte: Es sei dringend und sooo viel würde sie ja wohl nicht verpassen. Als sie draussen war gab er uns (also dem Restpublikum) die Anweisung, sobald das Mädel wieder zur Tür reinkommt einen unglaublichen Schlussapplaus abzuliefern, vollkommen egal was auf der Bühne gerade passiert. Seinem Techniker sagte er, er soll dann die Schlussmelodie einspielen und das Saallicht anmachen. Gesagt getan. Sie kam nach einer Minute zurück, unglaubliches Getöse, Licht an, Charles verneigte sich mehrmals, bedankte sich und ging von der Bühne.
Natürlich hat er hinterher wieder weitergespielt, als das vollkommen verdutzte Mädel von ihren Freundinnen erfahren hat was gerade los war…
Um eine genauere Vorstellung zu gekommen empfehle ich dringend den Demo-Videoclip auf Youtube.com anzukucken. One Man Lord Of The Rings macht er übrigens auch…
(*) nahezu deshalb, weil er einen Techniker dabei hatte der sich um den Ton kümmerte, die dezente Beleuchtung übernahm um Szenenwechsel deutlicher zu machen und um den CD-Player am Ende einzuschalten… Die Show hätte aber genausogut und genauso überzeugend spontan in einer Kneipe stattfinden können, da er auch keinerlei Kostüme wechselt sondern die ganze Stunde in seinem schwarzen Overall schwitzt…
Adelaide Cup
Filed in aus Tralien, Montag, 10. März 2008, 01:02Heute habe ich frei, denn es ist Feiertag in South Australia.
HIER hab ich schonmal beschrieben, dass es ziemlich australisch ist, Feiertage grundsätzlich auf einen Montag zu legen, um garantiert ein langes Wochenende mitzunehmen. So weit so gut.
Das der Grund für den Feiertag allerdings ein zweitklassiges Pferderennen ist, ist aber nochmal eine ganz andere Sache. Nicht dass das viele Leute interessieren würde. Es geht eigentlich nur um den freien Tag!
Wie kommt es dazu? Purer Neid!
In Melbourne gibt es seit Ewigkeiten* den Melbourne Cup. Ein riesiges, traditionelles* Pferderennen, dass jährlich stattfindet und schon seit Ewigkeiten* traditionell* arbeitsfrei ist.
Nun kann man in South Australia natürlich nicht auf sich sitzen lassen, dass die Victorians einen Feiertag mehr haben….
(*) Ich spreche hier natürlich in australischen Dimensionen. Eine richtig lange Geschichte der westlichen Kultur gibts hier ohnehin nicht.
Mit dem Arsch….
Filed in Wahnsinn des Alltags, Dienstag, 26. Februar 2008, 12:37…auf der Strasse schleift man in so einem PKW fast! Da kriegt man ja Angst! Mannomann! Ich bin das nicht mehr gewöhnt. Ich musste nämlich einen Tag mit einem geliehenen Toyota Corolla herumfahren, nachdem unser Deli einen Wellnesstag in der Werkstatt verbrachte…
Das ganze ist jetzt auch eine Überraschung für Renate, die sich gerade in Berlin auf der DPG-Tagung herumtreibt herumtreibt und tolle Preise einheimst. (Herzlichen Glückwunsch!)
Ja, unser Deli fing an am Sonntag abend Probleme zu machen: Das Automatikgetriebe warf regelmäßig die Gänge raus. Grund: Ein Schlauch war defekt und die Getriebeflüssigkeit (heisst das so? Transmission fluid halt…) hat sich über längere Zeit verabschiedet, bis Montag morgen gar nix mehr ging. Die öligen Flecken unter dem Auto liesen mich erahnen, wohin die restliche Flüssigkeit über Nacht gelangt ist…
Der RAA (Das ist der “australische ADAC”) hat das Fuhrwerk letztendlich zu unserer Werkstatt geschleppt. Da ich leider zu Zeiten zu arbeiten beginne, in denen es der öffentliche Nahverkehr hier noch nicht tut musste deshalb ein Mietwagen her.
Und den ewiggestrigen, alles besserwissenden Automatikgegner sei hier gesagt: Ein Schlauch kanns auch bei einem manuellen Getriebe erwischen. Gut das das Automatikgetriebe die Gänge rauswirft und sich weigert einzukuppeln. Ein manuelles Getriebe hätte das nämlich trotzdem gemacht (mit erhöhtem Widerstand vielleicht) und wäre aufgrund der fehlenden Flüssigkeit elend verreckt.
Somit kann ich auch meine Frau im fernen Deutschland beruhigen. Das ganze kostete uns nicht mehr als einen Schlauch, und ein paar Liter Getriebeflüssigkeit und einen Mietwagen für einen Tag.
Wir können also ohne weites mal wieder einen Bass leisten….
Bewegend
Filed in Niederfrequentes,aus Tralien,jetzt mal ernst..., Sonntag, 24. Februar 2008, 15:58Gestern habe ich mit meiner Band einen Auftritt in Port Pearce gespielt. Das ist in der Pampa, ca. 200 km von Adelaide entfernt. Eine Gemeinde, in der vorwiegend Aboriginal People leben. Die Bevölkerung in diesem Kaff ist innerhalb der letzten paar Jahre von 2000 auf mickrige 200 geschrumpft. Warum? Weil dort niemand mehr leben will. Alkohol, andere Drogen, Arbeitslosigkeit, Aussichtslosigkeit und Inzest sind nur ein paar der Probleme. So sehr ich gewöhnlich das rockstarartige Rumgepose auf Bühnen mag. Ich wollte noch nie so wenig der Rockstar sein wie dort. Während wir uns in der wöchentlichen Bandprobe Gedanken machen ob der scheissteure Klinkenstecker von Neutrix sein Geld wert ist oder nicht, macht sich dort ein Mädchen Gedanken ob das Kind das sie erwartet von ihrem Cousin oder doch vom Onkel ist.
Ohne überheblich wirken zu wollen: Ich kann behaupten eine Seite dieses Landes kennengelernt zu haben, die die nur wenige Australier gesehen haben bzw. sehen wollen. Auch wenn ich dabei nur an der Oberfläche gekratzt habe… Meine Bandmates (alle in Australien geboren!) waren auch noch nie zuvor in so einer Kommune.
Es gibt hier viel zu tun. Nix, das sich nur mit Geld regeln lassen könnte….
Es geht weiter…
Filed in Wahnsinn des Alltags,aus Tralien, Freitag, 22. Februar 2008, 13:08Es ist irgendwie komisch fast zwei Monate nix zu schreiben und dann so weitermachen zu wollen wie bisher. Aber genau das habe ich eigentlich vor.
Ich fühle mich aber dennoch verpflichtet ein Selektion verschiedenster Ausreden betreffend der beitragsfreien Wochen vorzutragen. Es kann euch versichern, dass wird für jeden Geschmack was dabei sein wird. Such dir aus welche du hören möchtest:
1.) Ich arbeite seit Anfang Dezember wieder. Und zwar in der Produktion bei einem Zulieferbetrieb der Holden-Werke. Ich habe durch meine Tätigkeit also die Möglichkeit mich für die Unzulänglichkeiten unseres Commodores zu rächen. Leider ist das alles mit Einschränkungen meiner Freizeit verbunden.
2.) Wir waren im Urlaub. Und zwar zwischen Weihnachten und Neujahr in Coffin Bay mit Dennis, Conny, Martha, Craig und Astrid. Davon gibt einen Arsch voll Bilder, aber ich hatte leider noch keinen Bock diese auszusortieren und in eine kompakte Galerie zu packen.
3.) Wir sind umgezogen und. Und zwar nach Mawson Lakes. Das bedeutet, dass Renate nun in 10 Minuten zur Arbeit latschen kann. Deshalb waren wir etwas beschäftigt. Bilder vom neuen Haus gibts auch, aber für die gilt das selbe wie bei Punkt zwei. Die neue Adresse und Telefonnummer findet ihr jedenfalls unter “wer isn das?”
4.) Ich hatte eine ganze Weile keinen Internetzugang. Mittlerweile schon wieder.
5.) Ich hab mir eigentlich vorgenommen das neue Jahr mit einem Bilderbeitrag unseres Urlaubs zu beginnen. Das hab ich aber ewig vor mir hergeschoben, da es (siehe Punkt 2.) für mich eine Qual ist Bilder auszusuchen. Drum hab ich vorsichtshalber lieber gar nix geschrieben.
6.) Das geht dich einen Scheißdreck an. Das ist mein Blog und hier mache ICH Programm!
7.) Ein bösartiges ausserirdisches Monster hat mein Laptop aufgefressen.
Vielleicht greif ich das mit den Bildern noch irgendwann an. Zeitnah an den Ereignissen bin ich ohnehin nicht mehr. Ich habe also vor wieder eher wieder mehr “Kleinigscheiß” zu schreiben, da das Erstellen eines großen bilder- und inhaltsreichen Beitrages so eine hohe Aktivierungsenergie erfordert.
Basscake rockt wieder!
Filed in Wahnsinn des Alltags, Dienstag, 25. Dezember 2007, 15:13
Ladies and Gentleman! May I introduce you to Point of Difference
V.l.n.r.: Meinereiner (basstriangel), Alex (drums), Mars (guitars), Larry (guitars), Steve (vocals)
Eingestiegen bin ich zwar schon Ende Oktober, aber den ersten Gig habe ich mit dieser Bands am Christmas Eve (also am 24.12.) bestritten. Worum gehts musikalisch?
Wenn man mich nach meinen musikalischen Vorlieben frägt, neige ich ja grundsätzlich dazu “Rock’n'Roll und ähnliches” zu antworten. Das deckt dann für mich dann gaaanz grob gesagt die Spanne von Helge Schneider über Fury, U2, Toy Dolls, Motörhead, Metallica bis zu Slayer problemlos ab. Natürlich mit Ausnahme der Sachen die einfach nicht rocken und das entspricht dann tatsächlich meinen musikalischen Präferenzen. Diese Antwort befriedigt leider nur wenige Menschen. Ich kenne mich nicht wirklich aus mit Schubladen und will mich nicht unbedingt exzessiv damit beschäftigen.
Aufnahmen meines neuen Ensembles gibts bis dato leider noch nicht. Ich komme also nicht drum rum meine neue Band zu beschreiben. Ich probiers mal so:
Es darf gerockt werden! Keine Doublebassdrumorgien o.ä, aber der Sound eines grobmotorisch mit dem Plektrum geschruppten, räudigen Prezis oder Stingrays erlangt allgemeine Zustimmung und passt einfach wie die Faust aufs Auge. Ein Umstand der mir persönlich ganz gut gefällt.
Etwas ungewohnt ist für mich tatsächlich der Umstand dauerhaft mit (gegen?) zwei Stomgitarristen zu spielen. Meine Basslinien fallen deshalb etwas simpler aus. Tatsächlich waren fast alle meine vorigen Bands i.d.R. nur mit einem dieser hochfrequenten Störgeräuscherzeuger ausgestattet. Immerhin gibts keinen Keyboarder der frequenzmößig in die Quere kommen könnte (obwohl ich da mit meinen früheren Mitstreitern wenig bis nichts zu klagen hatte!).
Bezüglich der Basslinien habe ich übrigens nahezu freie Hand. Die Band hat sich erst zum Jahresanfang ’07 gegründet und ich bin der erste Bassist, der an der Gestaltung der Songs mitwurschtelt. Nachdem ich aber nach eigener Einschätzung einer der schlechtesten Songwriter dieses Planeten bin, bin ich in erster Linie als Arrangeur tätig. Ein Job den ich seeehr gerne übernehme und in dem ich mich auch als nicht ganz grottenschlecht einstufen würde.
Backgroundgesang wird mit Sicherheit auch noch kommen, aber momentan machen Larry und vor allem Mars den Job während ich versuche, erstmal die Bassparts in Fleisch und Blut übergehen zu lassen.
Wie auch schon bei unserem Chor erkläre ich mich hiermit so leichtfertig wie auch großkotzig dazu bereit sämtlichen Besuchern aus Deutschland freien Eintritt zu unseren Konzerten zu gewähren. Das Risiko sollte kalkulierbar sein
Why nachten ?
Filed in Wahnsinn des Alltags,aus Tralien, Sonntag, 23. Dezember 2007, 13:34Ich glaube insgeheim durfte Jesus Christus schon froh gewesen sein, in einem Stall ohne elektrischen Strom geboren zu werden. Selbst die himmlischen Heerscharen an Engeln und lobpreisenden Hirten können sooo aufdringlich nicht gewesen sein… ![]()
Und sein… naja… sagen wir mal… Stiefvater war zum Glück halt doch einfacher Tischler und kein Elektriker.



Die Weihnachtstraditionen sind hier prinzipiell eher englisch: Im Gegensatz zu deutschen Gebräuchen ist der Heilige Abend (Christmas eve) vollkommen unwichtig. Kinder werden früh ins Bett geschickt, denn Bescherung ist am 25. morgens. Danach gehts in die Kirche und dann geht die Völlerei los…
Obwohl es in den letzten 2 Tagen ordentlich abgekühlt hat ist es dennoch eine reife Leistung der Australier, die Weihnachtstraditionen der nördlichen Hemisphäre, die ja eindeutig auf Winter, Kälte und kurze Tage abgestimmt sind im Hochsommer durchzuziehen. Die Vorstellung “I’m dreaming of a White Christmas” bei 35° im Schatten zu singen ist definitiv was für Fortgeschrittene. Nicht zu reden vom armen Nikolaus in seinem fetten Mantel, Handschuhen und Stiefeln. Auch ein Schlitten samt Zugtieren RENTIERt (!) sich hier kaum.
Das Verlangen steht einem dann doch eher nach einem kalten Bier als nach einem Glühwein. Aber den gibts hier ohnehin nicht
Die Australier sind sich dieser Absurdität übrigens vollkommen bewusst und lösen sich z.T. auch von diesen Traditionen. Weihnachten am Strand mit Barbecue sind durchaus nicht unüblich…
Bleibt mir nichts anderes als meinen Lesern ein FROHES, GESEGNETES WEIHNACHTSFEST 2007 zu wünschen!

